Knochenmarkspende

Nach erfolgloser Chemotherapie gibt es für Benny (aber auch für die vielen anderen Patienten in ähnlicher Situation) nur die Chance, ihm mit gesundem Knochenmark/ Blutstammzellen zu helfen und die Leukämie zu besiegen. Ob er dies mit dem neuen Knochenmark geschafft hat, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Für den Empfänger der Knochenmarkspende ist es enorm wichtig, dass möglichst viele Gewebemerkmale übereinstimmen, um die Akzeptanz des neuen Knochenmarks im eigenen Körper zu optimieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gewebemerkmale zweier Menschen übereinstimmen, reicht derzeit von 1:20.000 bis zu weit über 1:mehrere Millionen. Nachdem das neue Knochenmark oder die Blutstammzellen angewachsen sind, produziert es eigenes Blut, das seinerseits im Körper des Empfängers Immunreaktionen auslöst. Das ist gefürchtet, aber auch gewollt. Das neue Blut bleibt in seinen Gewebemerkmalen (und seiner DNA) das des Spenders und wird vom Körper, in dem es sich nach der Transplantation befindet nur akzeptiert. Die Erkenntnisse zur Knochenmarktransplantation sind gerade mal 20 Jahre alt und werfen viele Fragen auf, die noch nicht beantwortet werden können. Für viele Leukämiepatienten und auch andere Blutkranke gibt es keine andere Möglichkeit, ihre Krankheit zu heilen.

Als potentieller Spender registriert man sich als gesunder Volljähriger zwischen 18 und 55 Jahren in einer Spenderdatei. Wer Spender werden möchte, muss sich an eine Spenderdatei wenden oder kann an einer der Typisierungsaktionen teilnehmen. Wir haben mit der DKMS und dem DRK Blutspendedienst zusammengearbeitet. Besonders einfach ist der Weg, bei einer Blutspendeaktion vorbeizuschauen und sich dort typisieren zu lassen.

Einmal registriert, steht ein Spender für alle Patienten weltweit zur Verfügung.

In Deutschland sind derzeit ca. 3,7 Mio. potentielle Spender registriert. Davon steuert allein die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) 2 Mio. bei und ist mit Abstand die größte Einzeldatei. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und zahlreiche Universitätskliniken und Institute betreiben Spendendateien. Diese laufen zusammen im Zentralen Knochenmarkspenderegister Deutschland (ZKRD), welches wiederum international vernetzt ist und auf einen Datenpool von rund 13,9 Mio. potentiellen Spendern zugreifen kann. (Stand Jan. 2010) Das klingt sehr viel, kann manchmal aber immer noch nicht ausreichen. Für viele Patienten ist immer noch kein passender Spender vorhanden. Allein in Deutschland fallen ca. 1000 potentielle Spender pro Monat aus der Datei, weil sie die Altersgrenze überschritten haben. Die Suche nach Stammzellspendern bleibt also eine permanente Aufgabe.

Für die Registrierung ist es erforderlich, dass der Spender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme und Registrierung seiner Daten erteilt. Von dieser Erklärung kann man jederzeit zurücktreten. Aus einer Blutprobe mit ca. 5 ml Blut, wie sie bei sog. Typisierungsaktionen durchgeführt werden oder auch aus einem Abstrich der Wangenschleimhaut können die Gewebemerkmale des Spenders im Labor bestimmt werden. Danach werden sie in der Spenderdatei gespeichert und anonymisiert an das ZKRD übermittelt, wo sie künftig mit denen der Patienten verglichen werden.

Alle Spenderdateien müssen ihre Typisierungen irgendwie finanzieren, da die Krankenkassen diese Kosten nicht übernehmen. Erst wenn ein Bezug zu einem bestimmten Patienten hergestellt ist, werden die Kosten von der Krankenkasse des Patienten übernommen. Bei der Ersttypisierung zur Neuaufnahme werden meist die Spender gebeten, die Typisierung selbst zu bezahlen. Diese wird mit in der Regel 50 € Laborkosten angesetzt und ist freiwillig.

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