19. März 2010, Tag +70

19. März 2010, Tag +70

19. March 2010  |  veröffentlicht in Kategorie 1  |  2 Comments

Wir schreiben Tag +70 nach der Transplantation, haben mal wieder eine Knochenmarkpunktion hinter uns, die tägliche Tablettenanzahl wurde mittlerweile erheblich gesenkt und Benny geht es immer noch sehr gut. Durch das Absenken der Immunsuppressiva wird es langsam an den Zustand, eines normal funktionierenden Systems angenähert und er wird, wie man sagt, immer „immunkompetenter“. Es beschäftigen uns nach wie vor die schlafenden Viren, die ein Risiko für ihn darstellen. Was passiert da eigentlich? Viren, Bakterien und Pilze befinden auch in unserem Körper und greifen nicht täglich aber immer wieder an. So ist das auch bei Benny, mit dem Unterschied, dass sein Blut extrem angriffslustig ist und sich mit allem auseinandersetzen will, was es vorfindet, was ja eigentlich auch okay ist. Leider hat sein Blut die gesamte Armee, die diese Kämpfe austragen kann, nicht zur Verfügung. Teile der Armee werden aufgehalten, durch Immunsuppressiva und andere Medikamente. Da begibt sich also jemand in einen Kriegszustand ohne die Mannschaftsstärke zu haben, diesen Krieg auch gewinnen zu können. Parallelen zum derzeitigen Weltgeschehen sind in diesem Fall rein zufällig! Durch regelmäßige Bluttests kann man diesen Zustand sehr gut analysieren, aber nur zeitverzögert reagieren. Deshalb müssen wir regelmäßig mit Benny in die Tagesklinik und er wird präventiv behandelt, sobald es Anhaltspunkte für eine solche Auseinandersetzung in seinem Körper gibt. Noch hat er seinen Katheter, da wir auch nicht sicher sind, wie lange dieser Therapieschritt noch andauern wird und möglicherweise Infusionen erforderlich bleiben. Also warten wir weiter, in einem kontrollierten Umfeld, optimistisch, dass wir nur noch das überstehen müssen und dann ein normales Leben wieder stattfinden kann.

Benny verbringt seinen Tag mit vielen Sachen. Er telefoniert sehr souverän mit jedem, der zu dieser Tageszeit verfügbar ist. Das Laufrad haben wir inzwischen auch ins Haus geholt, um ihm wenigstens ein bisschen Bewegung zuzugestehen.

Responses

  1. Marion says:

    March 22nd, 2010at 8:49 am(#)

    Hsllo, Ihr Lieben!!

    Erstmal einen schönen Start in die Woche und ich habe mich sehr gefreut, Euren letzten Beitrag zu lesen, daß sich Euer kleiner Kämpfer so gut weiter schlägt!! Und es – zwar vielleicht etwas mühsam – aber doch aufwärts geht, d. h. die Richtung stimmt und das ist ja wohl derzeit das Wichtigste überhaupt!!!

    Wird denn Benny sein Leben lang Medikamente nehmen müssen oder ist das dann eines Tages – hoffentlich (!!) – vorbei? Ich habe mir auch nicht gemerkt, wie lange Ihr insgesamt eigentlich noch durchhalten müßt und hoffe doch, daß das “Ende vielleicht schon in Sicht” und damit das Schlimmste überstanden ist. Verzeiht mir bitte meine vielleicht sehr naive Ansicht, aber bis jetzt haben wir eben großes Glück gehabt, daß es in unserer Familie primär nur Sportunfälle gegeben hat (und die hatte auch alle ich…**hüstel**).

    Seit unsere Jule da ist (sie wird am 12. April 3 J.) hat sich dann die Wertschätzung des Lebens und die ganze Sichtweise sowieso nochmal komplett verschoben. Um mich habe ich mir eigentlich nie Sorgen gemacht (auch wenn eben etliche Krankenhausaufenthalte und einige OPs dabei waren), aber mit ihr ist das jetzt ganz anders und ich versuche den Balanceakt zwi. “mit Argusaugen bewachen” und “loslassen” irgendwie hinzukriegen.

    Na ja, das alles aber nur am Rande. Ich wünsche auch weiterhin, daß Benny in der richtigen Richtung unterwegs ist und alle seine Schutzengel gut auf ihn aufpassen!!!

    Beste Grüße aus Koblenz!!

    Marion

  2. Yvonne V. says:

    March 29th, 2010at 9:48 am(#)

    Hallo lieber Benny, Du kleiner großer Chef!

    Ich freue mich wirklich sehr, zu hören und zu sehen, wie gut es Dir geht!
    Total souverän sitzt Du dort mit dem Telefon am Ohr in Deinem roten Chef-Sessel!

    Du managst alles so super und hast bestimmt alles im gut im Blick. Deine Viren und Bakterien sollen mal schön weiter schlafen! Aber falls doch der ein oder andere Störenfried vom schönen warmen Frühlingswetter geweckt wird, wirst Du ihn ganz gewiss rechtzeitig bemerken. Meine große Tochter Rebekka hatte als kleines Baby auch mal eine schwerere Erkrankung. Da hat der Professor im Krankenhaus zu uns gesagt:

    „Bei Krankheiten ist es manchmal ein bisschen so wie beim Essen-Kochen: Man sollte den Herd immer schön im Auge behalten und auf keinen Fall etwas ‚anbrennen’ lassen…!“

    Da ich ja weiß, was für ein Spitzenkoch Du bist und was für ein tolles Koch-Team Du und Deine Eltern seid, bin ich mir ganz sicher, dass sich in Deinem Körper derzeit auch nicht der winzigste Virus unerkannt breit machen kann!

    Wie sagt doch ‚Bob der Baumeister’ immer so schön: „Yo, wir schaffen das!“

    Du hast schon so viel geschafft, kleiner starker Benny, und ich weiß, Du wirst auch diesen letzen Teil des schweren Weges noch gut bewältigen. (Das „Yes we can!“ vom englischen Kollegen Bob-the-Builder hat sich ja schon ein anderer ‚großer Chef’ angeeignet und berühmt gemacht…)

    Alles Liebe für Dich und Deine Familie!

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